Oldenburger Beiträge zum Zivil- und Wirtschaftsrecht

Jörn Heinrich

Private Kapitalanlagen im Spannungsfeld von Produktvertrieb und Verbraucherschutz

Der Markt für private Kapitalanlagen ist geprägt von Informationsassymetrien. Das systemimmanente Informationsgefälle zugunsten der Anbieterseite von Kapitalanlagen gegenüber der zumeist weniger gut informierten Nachfragerseite, also den Kapitalanlegern, schafft fortwährende Dissonanzen. Auch die gegenläufigen Interessen und Zielvorstellungen der handelnden Anspruchsgruppen erschweren die Eindämmung potenzieller Haftungsfragen.

Die methodisch überwiegend theoretisch-konzeptionell ausgerichtete Untersuchung beleuch-tet die Problemstellung teils aus ökonomischer, teils aus juristischer Perspektive. Neben der Feststellung des Status quo der gegebenen Finanzmarktarchitektur, skizziert die Abhandlung sämtliche maßgebende europäische und nationale kapitalmarktrechtliche Grundlagen und bewertet sie. Ferner wird unter Berücksichtigung der Anlageentscheidungsparameter – aus Sicht der Privatanleger – ein Überblick über systematische und produktspezifische Risiken gegeben. Auf Basis der bis dato herausgestellten Erkenntnisse der Untersuchung werden sukzessive haftungsauslösende Faktoren erörtert – einerseits vor dem Hintergrund der Anbieterhaftung, andererseits mit Blick auf die Anlegerentschädigung.

Abgerundet wird die Analyse des untersuchten Spannungsfeldes durch eine systematische Aufstellung praktisch anwendbarer Handlungsempfehlungen, die das Ziel eines verbesserten Spannungsfeldes verfolgen. Herauszustellen ist, dass die Gestaltungsmöglichkeiten thema-tisch den einzelnen Anspruchsgruppen zugeordnet sind (Gesetzgebung, Finanzdienstleister, Privatanleger). Die Darstellung der aufgezeigten Gestaltungsmöglichkeiten wird zudem durch die von Dr. Heinrich entwickelte VENTE-Formel ergänzt, die seitens privater Kapitalanleger praktische Anwendung finden kann.

Bd. 43, XX, 243 S., Edewecht 2014, € 49,80
ISBN-13 978-3-95599-010-7

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